VERSCHIEDENES
EEGS-ES
Eine europäische Gesellschaft für Geowissenschaftler und Ingenieure
D. Orlowsky, Essen
Was ist die EEGS-ES ?
Die "Environmental and Engineering Geophysical Society – European Section" (EEGS-ES) ist eine internationale Gesellschaft, die sich speziell mit geotechnischen und umweltgeophysikalischen Anwendungen der Geophysik befasst. Sie bietet ein Forum zur Diskussion und zur Verbreitung geo-physikalischer Techniken für eine Vielzahl von Problemen, die sich naturgemäß auf den oberflächennahen Bereich (bis etwa 50 m Tiefe) beziehen.
Warum wurde die EEGS-ES gegründet?
Probleme hochauflösender geophysikalischer Messtechniken des oberflächennahen Bereichs beinhalten die Untersuchung eines stark heterogenen Mediums, bestehend aus natürlichen und anthropogenen Strukturen. Für ein derart komplexes Untersuchungsobjekt treffen viele Annahmen und Vereinfachungen, die für ein geringeres Auflösungsvermögen ausreichen, nicht mehr zu. Daher sind den jeweiligen Problemen angepasste, hoch-auflösende Techniken zur Beschreibung des oberflächennahen Untergrundes selten und stellen hohe Anforderungen an die Geo- und Ingenieurwissenschaften. Die EEGS-ES bietet ein Forum für Geowissenschaftler, Ingenieure und ihren Kunden zur Definition von Problemstellungen und zum Austausch von Wissen und Erfahrungen.
Die EEGS wurde zu Anfang der 90-ger Jahre in den USA gegründet. Die Erfolge in den USA motivierten Mitglieder der EAGE 1994 die "EEGS-ES" (European Section) zu formen, deren Erfolg sich auf bereits 5 durchgeführten Jahrestreffen widerspiegelte. Dabei werden die folgenden Ziele zugrunde gelegt:
Das 6. Jahrestreffen der EEGS-ES unter dem Motto "Explore Tomorrows Fundaments" findet vom 3.9.-7.9.2000 an der Ruhr-Universität Bochum statt. Dabei wird von den Organisatoren "Ruhr-Universität Bochum" und "DMT-Essen" ein umfangreiches Programm angestrebt. Neben Vorträgen, Posterbeiträgen und einer internationalen Geräteausstellung wird den Ausstellern die Möglichkeit geboten, auf dem Campus der Ruhr-Universität Demonstrations-messungen mit ihren Neuentwicklungen durchzuführen und die Ergebnisse in den Vortragssessions zu präsentieren. Workshops über Dispersive Wellen und Hydrogeophysik runden das umfangreiche wissenschaftliche Programm ab. Das Beiprogramm beinhaltet eine Icebreker-Party, ein Galaabend im Bergbaumuseum, ein Konzertbesuch und vieles mehr.
Geowissenschaftliches Forschungsprojekt
"Beobachtung des Systems Erde aus dem Weltraum"
vom BMBF ausgeschrieben.
Im Rahmen von GEOTECHNOLOGIEN wurde am 11. Mai 2000 im BUNDESANZEIGER das Forschungsprojekt Beobachtung des Systems Erde aus dem Weltraum ausgeschrieben. Mit der Förderung von Schwerpunktvorhaben zur weltraum-gestützten Erdbeobachtung soll vor allem die geowissenschaftliche Auswertung von Satellitenmissionen mit deutscher Beteiligung und die verbesserte Nutzung von Fern-erkundungsdaten in Verbindung mit bodengestützten geophysikalischen Daten zur Modellierung von Prozessen in der Erdkruste und im Erdinnern ermöglicht werden.
Interessenten zur Teilnahme an diesem Programm müssen laut Ausschreibung bis zum 31.7.2000 beim BMBF-Projektträger "Biologie, Energie, Umwelt" (BEO) in Rostock-Warnemünde eine begutachtungs-fähige maximal 6-seitige Projektskizze eingereicht haben, die als Grundlage zur
Vorauswahl einer förmlichen Antragstellung beim BMBF dient. Der Ausschreibungstext kann unter http://op.gfz-potsdam.de/.GEOT2/ eingesehen werden.
GEOTECHNOLOGIEN ist ein auf 10 bis 15 Jahre konzipiertes geowissenschaftliches Forschungsprogramm mit einem Finanz-volumen von DM ca. 500 Millionen. Inhaltliche Grundlage dieser gemeinsam von BMBF und DFG getragenen Initiative ist die von der Senatskommission für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsforschung herausgegebene For-schungskonzeption "GEOTECHNOLOGIEN – Das System Erde: Vom Prozessverständnis zum Erdmanagement", das die inhaltliche Perspektive für die strategische Ausrichtung der deutschen geowissenschaftlichen For-schung für die kommende Dekade aufzeigt.
Die in der Broschüre dargestellten 13 F&/E.-Vorhaben
1) Das Erdinnere als treibende Kraft geologischer Prozesse
2) Erfassung des Systems Erde aus dem Weltraum
3) Tomographie der Erdkruste – Von der Durchschallung zum Echtzeitmonitoring
4) Kontinentalränder: Brennpunkte im Nutzungs- und Gefährdungspotential der Erde
5) Sedimentbecken: Die grösste Ressource der Menschheit
6) Das gekoppelte System Erde – Leben
7) Globale Klimaänderungen – Ursachen und Auswirkungen
8) Stoffkreisläufe: Bindeglied zwischen Geosphäre und Biosphäre
9) Gashydrate: Energieträger und Klimafaktor
10) Mineraloberflächen: Von atomaren Prozessen zur Geotechnik
11) Erkundung, Nutzung und Schutz des unterirdischen Raums
12) Frühwarnsysteme im Erdmanagement
13) Informationssysteme im Erdmanagement
haben sich als Schlüsselthemen für die zukünftige Orientierung geowissenschaftlicher Forschung in Deutschland herauskristallisiert. Die Vorhaben, die sich gleichermassen an Universitäten und ausseruniversitäre Forschungseinrichtungen wenden, bieten neben ihrem wissenschaftlichen Innovations- und Zukunftspotential auch eine ausgezeichnete Plattform zur Kooperation mit den benachbarten Natur- und Ingenieur-wissenschaften und einschlägigen Industrie-unternehmen.
Zur Umsetzung des wissenschaftlichen Programms wurde ein gemeinsam von DFG und BMBF berufener Koordinierungsausschuss eingesetzt. Er wird durch ein in Kürze einzurichtendes Koordinierungsbüro GEO-TECHNOLOGIEN unterstützt. Die formale, administrative Abwicklung des Programms soll durch einen Projektträger des BMBF erfolgen. Es ist geplant, Koordinierungsbüro und Projektträger am GFZ Potsdam anzusiedeln.
Alle im Rahmen von GEOTECHNOLOGIEN durchzuführenden Forschungsvorhaben werden nach eingehender Diskussion im Koordinierungsausschuss und vorbereitenden Workshops öffentlich ausgeschrieben. Die Ausschreibung erfolgt in der Regel im Bundesanzeiger; eine flächendeckende Informationsverbreitung durch das Koordinie-rungsbüro GEOTECHNOLOGIEN. Die aufgrund der Ausschreibung eingehenden Projektvorschläge werden zu einer Vor-begutachtung einem unabhängigen Gutachter-gremium vorlegt. Gestützt auf dieses erste Auswahlverfahren erfolgt dann die Auf-forderung zur Einreichung formgebundener ausführlicher Anträge. Die Projektskizzen werden in deutscher und englischer Sprache abgefasst, da die Begutachtung in der Regel unter Einbeziehung internationaler Wissen-schaftler erfolgt.
Ausgeschrieben wurden bislang die Themenbereiche 9) Gashydrate – Energieträger und Klimafaktor und 2) Beobachtung des Systems Erde aus dem Weltraum.
Weitere Informationen sowie die Texte laufender Ausschreibungen sind auf der Web-Page der Senatskommission für Geo-wissenschaftliche Gemeinschaftsforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter
www.geokommission.de
einzusehen.
Weitere Informationen erteilt:
Dr. Ludwig Stroink
Sekretariat der Geokommission
Institut für Geophysik
Ruhr-Universität Bochum
Postfach 10 21 48
44780 Bochum
Tel: 0234-32-23274
E-mail: stroink@geophysik.ruhr-uni-bochum.de
Nähere Informationen können über
EEGS-ES Meeting
C/o Unikontakt – Dr. Budach
Ruhr-Universität Bochum
D-44780 Bochum
erfragt werden.
Desweiteren können alle Informationen auch über das Internet unter http://www.ruhr-uni-bochum.de/eegs-es-2000 abgerufen werden.