100 Jahre seismologische Forschung in Jena, ein Festkolloquium am 16. Juni 2000


G. Jentzsch, D. Kaiser und Th. Jahr, Jena


Jena zählt zu den Wiegen der weltweiten seismologischen Forschung, die Ende des 19. Jahrhunderts begonnen hatte. Mit Hilfe der Carl-Zeiss-Stiftung und des Physikers Ernst Abbe wurde im Mai 1900 im ausgebauten Kellerraum des Physikalischen Instituts mit einem Rebeur-Ehlert-Pendel als Seismographen der Betrieb des ersten seismologischen Observatoriums in Jena aufgenommen. Rudolf Straubel wurde der Leiter der neuen Station. Im Jahr 1922 wurde das erste diesbezügliche Institut, die Reichszentrale für Erdbebenforschung im Fröbelstieg am Landgrafen gegründet.


Die wechselhafte Geschichte ist mit Namen wie Oskar Hecker, August Sieberg, Otto Meisser, Gerhard Krumbach, Hans Martin, Wilhelm Sponheuer, Wolfgang Ullmann, Richard Maaz und Christian Teupser verbunden. Es erfolgten richtungweisende Arbeiten insbesondere auf dem Gebiet der Ingenieur-Seismologie, der Makroseismik und der Seismometrie. Im Jahr 1992 wurden die geophysikalischen Arbeitsrichtungen in das neugegründete Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Uni-versität Jena integriert.


Zugleich mit diesem Jubiläum freuen wir uns darüber, dass die frühere Seismologische Station Moxa nach umfangreichen Erneuerungen und Erweiterungen nun als modernes Breitband-Observatorium seinen Betrieb aufgenommen hat. Aus beiden Anlässen wurde am 16. Juni 2000 in der Aula der Universität Jena ein Jubiläumskolloquium durchgeführt. Das Programm der ganztägigen Festveranstaltung sah folgendermassen aus:


Begrüßung


Prof. Dr. Gerhard Jentzsch

Prorektor Prof. Dr. Konrad Goetz


Vorträge


Anschliessend fand ein Spaziergang zu historischen Wirkungsstätten der Seismologie in Jena statt. Es ist vorgesehen, die Kolloquiumsvorträge in einem Sonderband der DGG-Mitteilungen zu veröffentlichen.


Am folgenden Tag fand die Eröffnung des Geodynamischen Observatoriums Moxa nach Abschluss der Modernisierung und Erweiterung durch Ministerialdirigent Dr. W. von Trützschler statt. Anschliessend wurde in zahlreichen Gruppen eine Besichtigung des Observatoriums durchgeführt mit den Attraktionen


·        Wiechert Seismometer

·        Jenenser Seismometer

·        moderne Seismometer STS-2 und STS-1

·        Erdgezeitengravimeter LaCoste & Romberg ET-18

·        Supraleitendes Gravimeter GWR CD 034

·        Quarzrohr Strainmeter

·        Mobiler Meterstrain USG

·        Laser Strainmeter

·        ASKANIA Bohrloch Neigungsmesser

·        Wetterstation

·        Pendellabor

·        Bohrloch Array

·        seismologisches Archiv


Sowohl das Festkolloquium als auch der Besuch des Observatoriums waren sehr gut besucht von Kollegen aus ganz Deutschland, aus Tschechien, Österreich und Schweden, von ehemaligen Mitarbeitern des Instituts und deren Angehörigen, von von Vertretern der Universität und der Behörden sowie von zahlreichen Interessenten aus der Umgebung Jenas und Moxas. Die Festveranstaltung wurde bei strahlendem Sonnenschein mit einem typischen „Thüringer Imbiss“ beendet.