Neue Ausschreibungen in dem BMBF/DFG-Forschungsprogramm GEOTECHNOLOGIEN geplant

L. Stroink, Bochum

In dem gemeinsam von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten geowissenschaftlichen Verbundvorhaben GEOTECHNOLOGIEN sind für Anfang 2001 zwei neue Programmausschreibungen vorgesehen, die u.a. im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Damit soll allen interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen die Möglichkeit geboten werden, sich an den Forschungsschwerpunkten "Informationssysteme im Erdmanagement" und "Kontinentränder - Brennpunkte im Nutzungs- und Gefährdungspotential der Erde" zu beteiligen. Ausdrücklich erwünscht ist dabei auch die Kooperation mit Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft.

Mit der Förderung des Forschungsschwerpunktes "Informationssysteme im Erdmanagement: Von Geodaten zu Geodiensten" soll den komplexen Anforderungen an den Umgang mit großen Datenmengen Rechnung getragen werden. Zwar bieten die heute zur Verfügung stehenden Informations- und Kommunikationstechnologien die technologische Basis für einen fächer- und grenzüberschreitenden Zugriff auf Datenbestände. Deren Komplexität und Inkompatibilität behindert jedoch vielfach ihre sinnvolle Handhabung und effiziente Nutzung. So sind besonders Geodaten in hohem Maße variabel und durch eine fehlende Standardisierung inkompatibel. Eine fachübergreifende Nutzung ist daher bis heute nur eingeschränkt oder mit einem erheblichen Kostenaufwand möglich. Geoinformationssysteme (GIS) können durch geeignete Informations- und Kommunikationsinfrastrukturen zu einer optimierten und nachhaltigen Ausschöpfung vorhandener und neu zu gewinnender Datenquellen beitragen. Hierfür ist ein integratives Forschungskonzept und eine interdisziplinäre Bearbeitung der entsprechenden Fragestellungen erforderlich.

Kontinentränder sind wie keine andere Region der Erde gekennzeichnet durch das gleichzeitig vorhandene hohe Nutzungs- und Gefährdungspotenzial für die menschliche Zivilisation. Über 90% der globalen Erdbebenaktivität sowie fast alle besonders gefährlichen, hochexplosiven Vulkane sind an den konvergenten Kontinenträndern konzentriert. Gleichzeitig ist mit ihnen aber das Vorkommen reicher Erzlagerstätten (Kupfer, Zink, Silber, Blei, etc.) verknüpft. An divergenten Kontinenträndern findet sich ein Großteil der Kohlenwasserstofflagerstätten der Erde. Forschungsbedarf besteht vor allem zu den Schwerpunkten:
 

  • Aufbau und Entwicklung von Kontinenträndern, wobei besonders die Rolle der Fluide, des Materialtransfers und der Stoffumsätze zu berücksichtigen ist
  •