33. Herbsttagung des Arbeitskreises Geodäsie/Geophysik vom 29.10. bis 02.11. 2000 in Blankenheim, NordeifelH.-J. Kümpel, Bonn
Zu seiner mittlerweile 33. Herbsttagung traf sich der Arbeitskreis Geodäsie/Geophysik in der vollständig renovierten, mit guten Tagungsräumlichkeiten ausgestatteten Jugendherberge Burg-Blankenheim in der Nordeifel. 29 TeilnehmerInnen waren gekommen und beteiligten sich an den insgesamt 32 Vorträgen (s.u.) und den anschließenden regen Diskussionen. Es ist ein Markenzeichen des Arbeitskreises, dass es hierbei (so gut wie) keine Zeitbeschränkung gibt. Als Beiprogramm fand eine Besichtigung des Radioteleskops Effelsberg statt, mit Ein-führungsvorträgen von Dr. N. Junkes vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie und Prof. Dr.-Ing. J. Campbell vom Geodätischen Institut der Universität Bonn. Für die Organisation bedanken wir uns diesmal bei Herrn Ch. Keysers und Herrn M. Fabian (Univ. Bonn).
Liste der Beiträge (Vortragende mit *):
R. Falk, A. Lothhammer, I. Nowak, B. Richter, D. Simon*, P. Wolf: Analyse der auf den Fundamentalstationen Wettzell und Medicina gemessenen Schwerevariationen.
D. Simon: Vergleich der bei konstantem Bodenluftdruck auftretenden Variationen der Luftmassenattraktion und des GPS-Zenith-Path-Delay's.
H.-J. Kümpel*, W. Rabbel, S.A. Shapiro: Energie und Fluidtransport in kontinentalen Bruchsystemen - Forschungsinitiative für KTB-2001 ff.
R. Wang*, H. Woith, C. Milkereit, J. Zschau: Modeling ground water anomalies induced by far earthquakes.
M. Westerhaus*, M. Wyss, R. Yilmaz, J. Zschau: Könnten Variationen des b-Wertes und der horizontalen Deformation zwischen 1985 und 1995 einen Hinweis auf das Epizentrum des Izmit-Bebens am 17. August 1999 gegeben haben?
K. Lehmann*, R. Pelzing, J. Klostermann: Paläoseismologische Untersuchungen an der Rurrand-Verwerfung, Niederrheinische Bucht.
M. Fabian: Pumpinduzierte und andere Neigungssignale vom Gelände eines Wasser-werks in der Niederrheinischen Bucht.
Gy. Mentes: Untersuchung des Einflusses der Änderung des Bodenwasserpegels auf die Kopplung zwischen dem mit Stampfsand be-festigten Neigungsmesser und dem Bohrloch in mit Bodenwasser überfluteten Bohrlöchern.
G. Jentzsch*, H. Ishii, St. Graupner, Nakao, M. Ramatschi, A. Weise: Observatorium Nokogiriyama/Japan: Ein Vergleich verschiedener Tiltmeter.
Th. Klügel: Lokale Einflüsse auf inertiale Erdrotationssensoren.
K. Fischer: Modellierung der synorogenen Entwicklung des Variszischen Vorlandbeckens mit Hilfe der Methode der finiten Elemente.
Y. Hofmann*, Th. Jahr, G. Jentzsch: Gravimetrische Modellierungen und Unter-suchungen zum Schwerefeld des Vogtlandes.
G. Gabriel: Gravimetrie über der Cuxhaven-Bremerhavener Rinne: ein Vergleich mit anderen geophysikalischen Methoden.
Ch. Keysers: Saisonale Schwereänderungen in der Niederrheinischen Bucht.
H.-J. Dittfeld: Gemessene Gezeitenparameter benachbarter Stationen.
J.M. Hagedoorn*, D. Wolf, M. Thoma: Rezente Vertikalbewegung und Geoid-änderung in Ny-Alesund, Svalbard.
W. Zürn*, R. Widmer-Schnidrig, S. Bourguignon: Ständig angeregte Eigen-schwingungen der Erde.
W. Zürn*, R. Widmer-Schnidrig: Zwei neue Beobachtungen der Twisting Mode oT2.
M. Harnisch*, G. Harnisch: Untersuchung des Polbewegungseinflusses in langen Be-obachtungsreihen von Supraleitgravimetern.
W. Zürn*, P.A. Rydelek, L. Knopoff: Schwerevariationen am geographischen Südpol – ein Rückblick.
M. Bonatz: Horizontale Lagebestimmung des erdoberflächennahen Bereichs von Verwerfungen durch mikrogravimetrische Messungen.
M. Bonatz: Ein Vertikalpendel für tektonische Feldbeobachtungen, Tektometer-Version H: Prinzip und instrumentelle Demonstration.
R. Falk, M. Harnisch, G. Harnisch*, I. Nowak, B. Richter, P. Wolf: Neue Ergebnisse von Eichungen der Supraleitgravimeter des BKG.
C. Gerstenecker*, G. Jentzsch, G. Läufer, B. Snitil, A. Weise: Wiederholungsmessungen der Erdschwere am Merapi.
B. Snitil: GPS und Telemetrie am Merapi - extraterrestrische Signale?
M. Westerhaus: Gezeitenneigungen am Vulkan Merapi.
D. Rebscher*, M. Westerhaus, W. Welle, A. Körner: Infrarot-Sensoren zur Überwachung des Gipfelbereiches des Vulkans Merapi
Erste Testmessungen.A. Setiawan*, C. Gerstenecker: Gravity changes and their modelling at Merapi Volcano, Indonesia.
A. Weise*, G. Jentzsch, C. Gerstenecker, G. Läufer, B. Snitil: Ein weiteres Modell zu Schwereänderungen am Merapi.
B. Hörbelt*, H.-J. Kümpel, D. Rebscher, H. Woith: Radonmessungen an den Flanken des
Vulkans Merapi.
R. Heinrich*, D. Kracke: Zur Seismotektonik Ostthüringens: Rezente Seismizität und Regensburger Störungszone.D. Kracke*, R. Heinrich: Seismische Gefährdung Ostthüringens und die Bedeutung des Bebens von 1872
Termin und Ort für die 34. Herbsttagung des Arbeitskreises stehen bereits fest. Die Tagung wird von Mo., 29.10./18:00, bis Fr., 02.11.2001/ca.14:00, im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt/Weinstr. stattfinden. Nähere Auskünfte und Anmeldungen mit Angabe von Vortragsthemen und (Ko)AutorInnen - bitte bis 15.09.2001 an Dr. Malte Westerhaus, Geodätisches Institut, Univ. Karlsruhe, Englerstr. 7, D-76128 Karlsruhe, Fax: 0721-6086808 bzw. -6086552 oder <westerhaus@gik.uni-karlsruhe.de>. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Näheres zum Arbeitskreis finden Sie unter http://www.geologie.uni-bonn.de/user/ rebscher/arbeitskreis_gg.html. Dort wird auch noch die Möglichkeit zur on-line Anmeldung bereitgestellt.
Neue Ausschreibungen in dem BMBF/DFG-Forschungsprogramm GEOTECHNOLOGIEN geplant
L. Stroink, Bochum
In dem gemeinsam von dem Bundes-ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten geowissenschaftlichen Verbundvorhaben GEO-TECHNOLOGIEN sind für Anfang 2001 zwei neue Programmausschreibungen vorgesehen, die u.a. im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Damit soll allen interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen die Möglichkeit geboten werden, sich an den Forschungsschwerpunkten "Informationssysteme im Erdmanagement" und "Kontinentränder - Brennpunkte im Nutzungs- und Gefährdungspotential der Erde" zu beteiligen. Ausdrücklich erwünscht ist dabei auch die Kooperation mit Unter-nehmen der gewerblichen Wirtschaft.
Mit der Förderung des Forschungsschwerpunktes "Informationssysteme im Erdmanagement: Von Geodaten zu Geodiensten" soll den komplexen Anforderungen an den Umgang mit großen Datenmengen Rechnung getragen werden. Zwar bieten die heute zur Verfügung stehenden Informations- und Kommunikationstechnologien die technologische Basis für einen fächer- und grenzüberschreitenden Zugriff auf Datenbestände. Deren Komplexität und Inkompatibilität behindert jedoch vielfach ihre sinnvolle Handhabung und effiziente Nutzung. So sind besonders Geodaten in hohem Maße variabel und durch eine fehlende Standardisierung inkompatibel. Eine fachübergreifende Nutzung ist daher bis heute nur eingeschränkt oder mit einem erheblichen Kostenaufwand möglich. Geoinformationssysteme (GIS) können durch geeignete Informations- und Kommunikationsinfra-strukturen zu einer optimierten und nachhaltigen Ausschöpfung vorhandener und neu zu gewinnender Datenquellen beitragen. Hierfür ist ein integratives Forschungskonzept und eine interdisziplinäre Bearbeitung der entsprechenden Fragestellungen erforderlich.
Kontinentränder sind wie keine andere Region der Erde gekennzeichnet durch das gleichzeitig vorhandene hohe Nutzungs- und Gefährdungspotenzial für die menschliche Zivilisation. Über 90% der globalen Erdbebenaktivität sowie fast alle besonders gefährlichen, hochexplosiven Vulkane sind an den konvergenten Kontinenträndern konzentriert. Gleichzeitig ist mit ihnen aber das Vor-kommen reicher Erzlagerstätten (Kupfer, Zink, Silber, Blei, etc.) verknüpft. An divergenten Kontinenträndern findet sich ein Großteil der Kohlenwasserstofflagerstätten der Erde. Forschungsbedarf besteht vor allem zu den Schwerpunkten:
Aufbau und Entwicklung von Kontinent-rändern, wobei besonders die Rolle der Fluide, des Materialtransfers und der Stoffumsätze zu berücksichtigen ist
Der genaue Zeitpunkt der Ausschreibung kann im Internet unter www.geokommission.de und www.geotechnologien.de eingesehen werden. Hier werden auch zusätzlich zur Veröffentlichung im Bundesanzeiger die jeweiligen Ausschreibungstexte abgedruckt sein. Das Antragsprozedere wird im Rahmen der Ausschreibung ausführlich erläutert.
Weitere Informationen erteilt:
Dr. Ludwig Stroink
Leiter Koordinierungs- und Informationsbüros GEOTECHNOLOGIEN
Tel: 0234-322-3274
e-mail: stroink@geophysik.ruhr-uni-bochum.de