Rückblick auf studentische Aktivitäten im Jahr 2000 und ein Ausblick auf das Jahr 2001
U. Lorang, Kiel
Auf der 60. Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft in München fand erneut ein Studentennachmittag statt. Wie im Jahr zuvor bekamen dort die an der Tagung teilnehmenden Studenten die Gelegenheiten, sich zu treffen und intern Themen und Projekte zu besprechen. Diskussionspunkte waren zum einen die geringe Zahl der Studienanfänger und zum anderen die Frage, wie man Erst- und Jungsemester während des Grundstudiums motivieren kann. Aus den verschiedenen Erfahrungen der einzelnen Studenten an ihren Universitäten wurden folgende Ergebnisse festgehalten:
1. Die höheren Semester sollten im Gespräch mit den Jüngeren bleiben. Hierzu können Geophysikerstammtische oder Tutorenprogramme dienen.
2. Die Teilnahme am GAP hat eine große Bedeutung.3. Messfahrten, Exkursionen und Praktika sowie Hiwijobs und frühzeitiger Anschluss an Arbeitsgruppen sind wichtig.
Außerdem wurde auch über die Zukunft des Studienganges Geophysik und die Wandlung mancherorts zu Geowissenschaften gesprochen.
Vom 18. bis 25. Mai 2000 fand in Leoben in Österreich das GAP (Geophysikalisches Aktions-Programm) statt. Ziel des GAPs ist es, den Kontakt unter den Geophysikstudenten zu fördern und durch Exkursionen und Vorträge einen Einblick in die Arbeitsgebiete des ausrichtenden Instituts zu geben. Die Leobener Organisatoren legten auch verstärkt Wert auf die internationale Ausrichtung des GAPs und die Nähe Österreichs zu süd- und osteuropäischen Ländern. So konnten neben den österreichischen und deutschen auch Studenten u.a. aus Krakau, Sofia und Zagreb begrüßt werden. Die über 130 Teilnehmer hatten verschiedene Exkursionsziele zur Auswahl: den "Arzberg" Stollen, ein Paläomagnetisches Labor, eine Aero-geophyisk-Station, das Salzbergwerk Hallstatt, einen Firmenbesuch zum Bergbau in den Alpen, die Baustelle des Plabutschtunnel, die Deponie Fronleiten sowie die Tropfsteinhöhle "Lurgrotte". Neben einem meist geowissen-schaftlichen Ziel wurde während der Exkursionen aber auch Wert darauf gelegt, die Region Steiermark vorzustellen. Am Samstag fanden zahlreiche Vorträge an der Leobener Universität statt. Ein Auszug der vielschichtigen Themen: Gashydrate, Transalp, Risikobeurteilung im Nordwesten von Bhutan, ein Bericht geophysikalischer Messung mit Expeditionscharakter und IT-Consulting. Parallel wurden Rhetorik- und Vorstellungsworkshops angeboten. Zum Abschluss gab es eine Podiumsdiskussion über Ausbildung und Anforderungen an den Geophysiker.
Auf dem GAP in Leoben wurde Ulrich Lorang aus Kiel als neuer Studentenvertreter gewählt. Damit tritt er die Nachfolge von Steffen Bergler aus Karlsruhe an, dem auch an dieser Stelle herzlicher Dank für zwei Jahre höchst engagierte Arbeit ausgesprochen wird. Außerdem wurde erstmals ein Stellvertreter gewählt, damit im Falle von Praktika, Auslandssemester oder Exkursionen eine reibungslose Fortsetzung der studentischen Arbeit möglich wird. Auf der traditionellen Abschlussparty des GAP wurde Berlin als nächster Austragungsort gewonnen. Es findet vom 24. bis 27. Mai 2001 statt.
In der Zeit nach dem GAP haben sich die beiden Studentenvertreter gezielt um die Ausarbeitung und Konkretisierung ihres Konzeptes bemüht. Für die nächsten zwei Jahre sind folgende Hauptpunkte erarbeitet worden und teilweise bereits in die Tat umgesetzt:
Für weitere Informationen oder Anregungen steht der Verfasser jederzeit zur Verfügung.Internetpräsentation:
Unter einer eigenen Domain, finanziert durch die DGG, gibt es ab Mitte 2001 neue Studentenseiten im Internet. Unter www.geophysikstudenten.de werden alle Institute, an denen in Deutschland Geophysik studiert werden kann, sowie die zugehörigen Fachschaften präsentiert sein. Zudem sollen allgemeine Hinweise zum Studium, Praktikaadressen, Tipps zum Studienortwechsel, Auslandsaufenthalte,... beinhaltet sein. Diese Seiten werden auch gezielt naturwissenschaftlich interessierte Abiturienten ansprechen. Hierfür treten die Studentenvertreter an die Berufsinformationszentren heran, um dort entweder auf Faltblättern zur Berufskunde oder allgemein auf die Homepage hinzuweisen. Diese verstärkte Internetpräsenz soll allen Instituten (und Fachschaften) Gelegenheit bieten, sich international und national vorzustellen und zu präsentieren.Seit Anfang diesen Jahres gibt es einen Foliensatz über den Studiengang Geophysik und die Tätigkeitsfelder des Geophysikers. Dieser wird ebenfalls ins Internet gestellt, um Lehrern aber auch Studenten die Möglichkeit zu geben, Folien auszuwählen und an Schulen für den Studiengang zu werben. Weiterhin arbeiten wir an dem bereits existierenden Konzept für den Studentennachmittag auf den jährlichen DGG-Tagungen. Über Aktionen für das Jahr der Geowissenschaften 2002 findet derzeit ein Ideenaustausch statt.