VERSCHIEDENES

 

Wissenschaftliche und technische Zeitangestellte: WUTZ –

eine Interessensgemeinschaft am GGA-Institut stellt sich vor

 

M. Bening-Derksen, C. Bücker, H. Deetjen, D.M. Fischer, C. Fulda, G. Gabriel, W. Gräsle, S. Hunze, R. Kaiser, G. Kurz, E. Moise, B. Panteleit, U. Polom, W. Rühaak, S. Scharlemann, B. Siemon, R. Thomas, C. Thorenz, H.-D. Vosteen, T. Willert, A. Zschocke, Panteleit, U. Polom, W. Rühaak, S. Scharlemann, B. Siemon, R. Thomas, C. Thorenz, H.-D. Vosteen, T. Willert und A. Zschocke, GGA-Hannover

 


Das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben (GGA-Institut) ist am 26. Januar 2000 als eigenständiges Institut innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) aus den ehemaligen Geowissenschaftlichen Gemeinschaftsaufgaben des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung hervorgegangen. Die Gründung dieses neuen Instituts wurde per Gesetz durch die Niedersächsische Landesregierung am 16. Dezember 1999 veranlasst (Bram, 2000). Dieser Übergang in die Selbständigkeit stellt den vorläufigen Abschluss einer erfolgreichen Phase der inhaltlichen und strukturellen Neuorientierung dar, als Konsequenz aus der Evaluierung durch den Wissenschaftsrat in den Jahren 1995 und 1998 (Buttkus, 1998).

 

Als Mitgliedsinstitut der WGL muss das GGA-Institut in den nächsten Jahren der Forderung des Wissenschaftsrats, 30% der Planstellen im wissenschaftlichen Bereich für den Nachwuchs befristet zu besetzen, nachkommen. Damit wird in den nächsten Jahren die Übernahme von Zeitangestellten auf unbefristete Stellen – wenn überhaupt – nur zu einem sehr geringen Anteil möglich sein. Verbunden mit dem zunehmenden Aufkommen an Drittmittelprojekten gewinnt eine Gruppe an Bedeutung, die bislang unterrepräsentiert war: die Gruppe der wissenschaftlichen und technischen Zeitangestellten.

 

Die in der Zukunft noch stärker wissenschaftlich orientierte Ausrichtung des Instituts unter vermehrter Einbindung von Zeitangestellten bedingt zwangsläufig Veränderungen in der inhaltlichen und strukturellen Gestaltung des Instituts und eines jeden einzelnen Arbeitsplatzes. Insbesondere ist darauf zu achten, dass Zeitangestellte Aufgaben übernehmen, die ihnen eine Weiterqualifizierung ermöglichen. Mit dem Ziel, diese Änderungen aktiv mitzugestalten und dabei eigene Interessen und Forderungen zu vertreten, hat sich am GGA-Institut der Kreis der wissenschaftlichen und technischen Zeitangestellten (WUTZ) gebildet. Das Hauptanliegen dieses Kreises besteht darin, den Kolleg(inn)en spezifische Probleme, die mit der zeitlichen Befristung von Arbeitsverhältnissen einhergehen, bewusst zu machen. Bei dem derzeitigen Arbeitgeberverhalten des öffentlichen Dienstes müssen WUTZ davon ausgehen, innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Jahren ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Sie sehen sich damit vor die Situation gestellt, sich in absehbarer Zeit auf dem freien Arbeitsmarkt erneut als Arbeitskraft bewerben zu müssen, die Bewerbungssituation bricht für WUTZ nicht ab. Wenn sie nach Ablauf eines Zeitvertrages eine realistische Chance auf dem Arbeitsmarkt haben wollen, stehen sie unter dem Druck, sich zu profilieren. Dies ist vom Arbeitgeber durchaus gewollt. Denn verbunden mit dieser Einstellung ist eine in der Regel hohe Motivation, große Flexibilität und der Wille, Leistungen nicht nur nach dem Erreichten zu messen, sondern auch an der Zeit, in der die Leistungen vollbracht werden. Diesem Wunsch zur Profilierung muss der Arbeitgeber dann aber folgerichtig auch in ausreichendem Maße Rechnung tragen.

 

In einem ersten Schritt wurde der Leitung des GGA-Instituts im Juni 1999 ein Papier vorgelegt, das Empfehlungen für zukünftige Veränderungen am Institut enthält, beginnend bei der Vertretung der WUTZ in den Gremien des Instituts durch eigene Mitglieder bis hin zur Selbstdarstellung im Internet. Die zentralen Vorschläge lassen sich in vier Punkten zusammenfassen:

 

1.       Inhaltliche und strukturelle Gestaltung von Zeitstellen in einer Form, die beiden Seiten (GGA-Institut und Stelleninhaber(in)) den größtmöglichen Nutzen (das heißt wissenschaftlichen Output) und dementsprechend Zukunftsperspektiven verschafft.

2.       Einbindung der WUTZ in die Gremien des GGA-Instituts. Schaffung von Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme bei Entscheidungsfindungen und somit die Stärkung der Mitverantwortung.

3.       Schaffung von Freiräumen für WUTZ im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten und Stärkung der Eigenverantwortung.

4.       Transparenz und Anerkennung der erbrachten Leistungen von WUTZ und aller Mitarbeiter(innen) in Berichten und Veröffentlichungen des GGA-Instituts.

 

In einem Gespräch mit dem kommissarischen Leiter des Instituts wurden diese Punkte noch einmal ausführlich im Detail erläutert. Das Spektrum der angesprochenen Themen umfasste unter anderem die Praxis bei der Genehmigung von Auslandsdienstreisen, den Umgang mit Probezeiten bei wiederholter Einstellung bereits bekannter Mitarbeiter(innen), die Urlaubsregelung während der Probezeit oder die Gestaltung des Forschungsberichts und der Internetseiten des Instituts. Als Ergebnis dieses Treffens wurden einige der Forderungen durch die Institutsleitung sofort umgesetzt, beispielsweise die Möglichkeit für Zeitangestellte an Aus- und Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Weitere Forderungen wurden ausführlich diskutiert und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Der wichtigste Erfolg jedoch dürfte sein, dass die Gruppe innerhalb des GGA-Instituts ein inzwischen anerkanntes Gremium ist, welches die Überwachung und die Beratung hinsichtlich der Belange der Angestellten auf Zeitstellen in besonderem Maße vertritt. Defizite bestehen nach wie vor in der Vertretung der WUTZ in den GGA-Gremien. Darüber hinaus soll in Zukunft das Thema „5-Jahresregelung“ noch stärker thematisiert werden. Damit ist die derzeitig gängige Praxis des Öffentlichen Dienstes gemeint, Personen, die bereits bis zu fünf Jahre eingestellt waren, ungeachtet ihrer Fähigkeiten nicht weiter beim selben Arbeitgeber zu beschäftigen und stattdessen die Weiterführung der Arbeit durch Neueinstellungen zu gewährleisten, ungeachtet der Kontinuität und des Verlusts an erworbenem „know how“.

 

Hinsichtlich dieser „5-Jahresregelung“ sei an dieser Stelle auf eine Initiative verschiedener Kieler Institute aufmerksam gemacht (http://www.ifm.uni-kiel.de/fi/5jahre/), die sich in Form vielfältiger Aktionen für die Abschaffung der „5-Jahresregelung“ einsetzt, beispielsweise durch eine Unterschriftensammlung. Die Tatsache, dass sich bei dieser Unterschriftensammlung nahezu alle Mitarbeiter(innen) am GGA-Institut beteiligt haben (auch Festangestellte!) spricht für das „gute Miteinander“ und zeigt, dass durchaus Verständnis für die Probleme der Zeitangestellten vorhanden ist – vielleicht sind diese aber nicht immer allen im Detail bewusst. Bezüglich der "5-Jahresregelung" wird der WUTZ-Kreis in Zukunft versuchen, die Diskussion auch in die WGL oder - wie mit diesem Schreiben - in die DGG zu tragen. Letztendlich benötigen wir hier die Unterstützung der Vorsitzenden dieser Einrichtungen in den entsprechenden politischen Auseinandersetzungen. Es bleibt zu hoffen, dass das Beispiel des WUTZ-Kreises am GGA-Institut Schule macht und sich an anderen öffentlichen Einrichtungen ähnliche Gruppen bilden. Auch innerhalb der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft sollte ein Komitee eingesetzt werden (vgl. Rüter, 2000), das sich speziell für die Interessen der Zeitangestellten einsetzt und die „5-Jahresregel“ in die Diskussion innerhalb der Gesellschaft einbringt.

 

Der WUTZ-Kreis des GGA-Instituts, Hannover, hofft, mit seinen konkreten Vorschlägen einen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung und Zukunftsfähigkeit des GGA-Instituts zu leisten. Dabei möchte er die Aufmerksamkeit aller Kolleg(inn)en auf die besondere und unter Umständen kritische Situation von WUTZ, aber auch für die sich daraus ergebenden Chancen für das GGA-Institut als Institution lenken.

 

Literatur:

 

Bram, K. (2000): Das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben oder wie eine 50-jährige Einrichtung den ersten Geburtstag feiern kann. DGG Mittlg. 2/2000, 33-34.

 

Buttkus, B. (1998): GGA bleiben Institut der Blauen Liste. DGG Mittlg. 4/1998, 39-40.

 

Rüter, H. (2000): Braucht die Gesellschaft eine neue Struktur? DGG Mittlg. 4/2000, 22-28


 

FKPE ARGE Bohrlochgeophysik und Gesteinsphysik

C. Bücker 1 , Hamburg


Der 6. Workshop der FKPE-Arbeitsgruppe Bohrlochgeophysik und Gesteinsphysik wird vom

25. - 26. Oktober 2001

 

in den Räumen des GeoZentrums Hannover (BGR, NLfB, GGA, Stilleweg) stattfinden. Dieser 1½-tägige Workshop von Donnerstag- bis Freitagmittag hat zum Ziel, Bohrlochgeophysiker und Gesteinsphysiker zusammenzubringen und gemeinsam über neue Entwicklungen zu diskutieren. Das Ocean Drilling Program wird im Jahre 2003 auslaufen. Wie geht es mit Bohrloch- und Labormessungen im IODP Folgeprogramm auf alternativen Plattformen weiter? Was kann von deutscher Seite beigetragen werden? Wie ist der Kontakt und Austausch mit der Industrie? Der Workshop bietet sich als Diskussionsforum an, und natürlich nicht nur zu diesen Themen! Bitte reichen Sie Ihr Vortragsthema möglichst frühzeitig ein, spätestens aber (und am besten per Email) bis zum 07. September 2001, damit das Programm rechtzeitig fertig gestellt werden kann. Ein drittes Zirkular mit dem Vortragsprogramm wird Ihnen noch im September 2001 zugehen. Aktuelle Informationen werden auf der Homepage der FKPE-ARGE unter http://www.gga-hannover.de/infodienste/ fkpe/

home.htm bereitgestellt. Hotels buchen Sie bitte direkt unter http://www.hannover.de.

 


1 RWE-DEA AG, Formation Evaluation, Überseering 40, 22297 Hamburg, Tel.: 040-6375-2486, email: christian.buecker@rwedea.de

 



3. Workshop des Global Geodynamics Project und Workshop der Arbeitsgruppe 7 der Erdgezeitenkommission zu Analysis of Environmental Data for the Interpretation of Gravity Measurements - Jena, 11-15 März 2002

 

C. Kroner, Jena


Die kombinierte Veranstaltung der beiden Workshops soll Wissenschaftler zwei benachbarter und überlappender Arbeitsgebiete zusammenführen. Im Jahr 1997 haben sich im Rahmen des 'Global Geodynamics Project' (GGP) Wissenschaftler zusammengeschlossen, die mit Daten supraleitender Gravimeter geodynamische Phänomene der Erde, die sich in Form von Massenverlagerungen und Deformationen ausdrücken, untersuchen. Die Skala reicht dabei räumlich von lokalen bis globalen Signalen und zeitlich von Signalen im Minuten- bis in den Jahresbereich. Themenschwerpunkte werden die Bearbeitung, Analyse und Interpretation der Schweredaten sein. Außerdem sollen instrumentelle und standortspezifische Entwicklungen diskutiert werden. Der GGP-Workshop und das Arbeitstreffen werden in der ersten Wochenhälfte stattfinden.

In der zweiten Wochenhälfte finden der Workshop und das Arbeitstreffen der Arbeitsgruppe 7 der Erdgezeitenkommission (ETC) statt. Dieser Workshop befaßt sich mit Umgebungseinflüssen auf Gravimeter-, Neigungs-, Strain- und Seismometerregistrierungen. Das Erdgezeitensymposium in Mizusawa/Japan im Jahr 2000 hat erneut gezeigt, daß meteorologische und hydrologische Einwirkungen auf die Registrierungen den wesentlichen limitierenden Faktor in der Analyse und Interpretation der Daten darstellen. Um die Leistungsfähigkeit der Instrumente voll ausnutzen zu können und wesentliche Fortschritte in der Dateninterpretation zu erzielen, sind deutliche Verbesserungen im Verständnis von Umgebungseinwirkungen und in ihrer Reduktion erforderlich. Das Themenspektrum des Workshops wird vom Nachweis, über den Übertragungsmechanismus bis zur Reduktion von Umgebungseffekten reichen. Insbesondere werden GGP-relevante Fragestellungen und Projekte diskutiert.

 

Nähere Informationen zu den beiden Workshops sind auf der Webseite

 

http://www.geo.uni-jena.de/geophysik/environ/envwork.htm

 

zu finden. Die Ansprechpartnerin ist Corinna Kroner ( kroner@geo.uni-jena.de ).

 

Weitere Informationen zu GGP, der Arbeitsgruppe 7 der Erdgezeitenkommission und der Erdgezeitenkommission stehen unter

 

http://www.eas.slu.edu/GGP/ggphome.ht ml

 

http://www.geo.uni-jena.de/geophysik/environ/environ.html

 

http://www-geod.kugi.kyoto-u.ac.jp/iag-etc/

 

zur Verfügung.



Errata in Mitteilungen der DGG Nr. 2/2001

 

Eine Karte der erdmagnetischen Totalintensität in Deutschland

(R. Pucher und T. Wonik, Hannover)

 

Seite 24

 

Die korrekte Abbildung 1ist folgende:




Abb. 1: Von den an dem Erdmagnetischen Observatorium Fürstenfeldbruck (FUR) und dem ca. 650 km nördlich gelegenen Wingst (WNG) beobachteten Jahresmittelwerten der erdmagnetischen Totalintensität zwischen 1964,5 und 1990,5 wurde der Referenzwert des jeweils gültigen DGRF-Modells abgezogen. Die so erhaltenen Anomaliewerte für ein und denselben Ort bleiben weder konstant, noch unterscheiden sie sich lediglich um einen konstanten Wert.